Trauma, das keiner (er-)kennt
"Richtig schlimm war es nicht, aber das Wesentliche hat dennoch gefehlt." Entwicklungstrauma als "Normalzustand" in unserer Gesellschaft?
Es ist nicht immer das Schlimme und Dramatische, dass unser Leben so sehr bestimmt. Es ist viel öfter das "Gewohnte", das wir als "normal" ansehen. Es gibt schwere Störungen nicht durch das was uns angetan wird, sondern durch das, was uns vorenthalten wird an Feinfühligkeit, Verlässlichkeit, Angemessenheit, Kontakt, Fürsorge, Sicherheit, emotionaler Einstimmung.
Es gab kein Schlagen, keine sexuelle Gewalt, kein Übergriff, nichts wirklich Dramatisches. Aber angeschrien werden, alleingelassen werden, Schweigen oder Angst auslösen von zentralen Bezugspersonen, also emotionale Gewalt, hat oft lebenslange Folgen.
Vielleicht gibt es keine klassischen Traumasymptome, aber auffallende Eigenheiten. Konzentrationsstörungen, Ängst, ständige Ablenkung brauchen, Stille nicht ertragen können, sich selbst verachten oder überhaupt nicht mögen, nicht erwachsen werden wollen und können, sich wiederholende extreme, toxische, zerstörerische Beziehungenen, Opfer der eigenen Gefühlsachterbahn werden mit extremen Gefühlsausschlagen, Isolation, Einsamkeit, Selbsthass, vielfältigen Süchten und vielem anderen mehr.
Oft merken wir erst im Vergleich mit anderen oder in den Sehnsüchten unseres Daseins, das ich mein eigenes Leben nicht lebe, Leben nicht erlebe und mir Wesentliches vorenthalten wurde.
Die einfachsten Dinge, wie Zärtlichkeit, Zuwendung, Aufmerksamkeit, Anerkennung, Feinfühligkeit, Kontakt zu empfangen, gehört oft zum Schwierigsten im Leben. Der Kontakt mit anderen Menschen versiegt und Einsamkeit und Selbstzweifel bestimmen unser Selbstbild, Selbst-Sein und Kontaktverhalten. Unsere eigenen Gefühle werden uns zur chronischen Belastung!
In diesem Seminar werden wir einführen in das Wesentliche für unser Menschsein und menschlich sein, für unser authentisches Selbstsein. Die aktuellen Erkenntnisse aus Komplextrauma (Entwicklungstrauma) zeigen uns deutlich, wo wir als Gesellschaft und Individuum ansetzten müssen, um psychisch gesund, kontaktfähig und beziehungsreguliert Fülle, Befriedigung und Befriedung zu erleben.
Dr. Dipl. Psych. Johannes B. Schmidt wird in diesem Seminar sein Erfahrungswissen aus 20 Jahren Trauma-Arbeit und Psychotherapie zur Verfügung stellen, um aus einer Mischung von Wissensvermittlung und Live-Begegnung mit Teilnehmer:innen Erkenntnisse und Erfahrungen für unsere Lebensgestaltung und Selbstwerdung zur Verfügung zu stellen. Ein Augenöffner für Ausgeschlafene.